Kondenswasser im Keller: warum Wände und Rohre im Sommer nass werden
Im Winter ist der Keller trocken, im Sommer werden Wände, Boden und Wasserrohre nass, obwohl es tagelang nicht geregnet hat. Das ist kein Leck und meist auch keine undichte Wand, sondern Kondenswasser. Hier lesen Sie, wie es entsteht, wie Sie es mit einer einfachen Tabelle selbst prüfen und was dauerhaft dagegen hilft.
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · Lesezeit ca. 6 Minuten
Was im Sommer im Keller passiert
Luft enthält immer Wasserdampf, und warme Luft kann deutlich mehr davon tragen als kalte. Kühlt Luft ab, steigt ihre relative Feuchte, bis sie bei einer bestimmten Temperatur 100 Prozent erreicht: dem Taupunkt. Kühlt sie noch weiter ab, fällt das Wasser als Tau aus, genau wie an einer kalten Flasche aus dem Kühlschrank.
Im Keller sind die Wände im Sommer kühl, weil das Erdreich dahinter auch im Juli nur etwa 10 bis 15 Grad hat. Kommt warme Sommerluft hinein, durch ein offenes Fenster, die Kellertür oder einfach durch Undichtheiten, kühlt sie an diesen Flächen ab. Liegt die Wandtemperatur unter dem Taupunkt der Luft, wird die Wand nass. Das geschieht oft unsichtbar und über Wochen, bis es modrig riecht oder Schimmel auftaucht.
Die Taupunkt-Tabelle zum Selbstprüfen
Mit einem einfachen Thermo-Hygrometer im Keller und einem Infrarot-Thermometer für die Wand können Sie selbst prüfen, ob Kondensat entsteht. Lesen Sie Lufttemperatur und relative Feuchte ab und suchen Sie den Taupunkt in der Tabelle. Ist die Wand, der Boden oder ein Rohr kälter als dieser Wert, bildet sich dort Kondenswasser.
| Lufttemperatur | 50 % | 60 % | 70 % | 80 % |
|---|---|---|---|---|
| 15 °C | 4,7 °C | 7,3 °C | 9,6 °C | 11,6 °C |
| 18 °C | 7,4 °C | 10,1 °C | 12,4 °C | 14,5 °C |
| 20 °C | 9,3 °C | 12,0 °C | 14,4 °C | 16,4 °C |
| 22 °C | 11,1 °C | 13,9 °C | 16,3 °C | 18,4 °C |
| 25 °C | 13,9 °C | 16,7 °C | 19,1 °C | 21,3 °C |
Ein Beispiel: Im Keller hat die Luft 18 Grad und 70 Prozent relative Feuchte. Der Taupunkt liegt bei 12,4 Grad. Hat die Außenwand 12 Grad, wird sie nass. Senkt man die Luftfeuchte auf 50 Prozent, liegt der Taupunkt bei 7,4 Grad, und dieselbe Wand bleibt trocken. Genau das ist der Hebel: nicht die Wand wärmer machen, sondern die Luft trockener.
Schwitzende Kaltwasserrohre
Am deutlichsten sieht man Kondensat an Kaltwasserleitungen. Das Wasser darin hat im Sommer oft nur 10 bis 12 Grad, die Rohre sind damit die kältesten Flächen im Keller. Sie beschlagen, Tropfen bilden sich und fallen auf den Boden, manchmal so viel, dass man ein Leck vermutet. Unter der Leitung entstehen dann Wasserflecken, Rost an Halterungen und nasse Stellen auf dem Boden.
Abhilfe schafft eine diffusionsdichte Dämmung der Kaltwasserrohre, etwa aus Kautschuk-Dämmschläuchen mit sauber verklebten Stößen. Normale offenporige Dämmungen helfen hier wenig: Feuchte Luft dringt ein, kondensiert unter der Dämmung am Rohr und durchnässt sie von innen. Eine dichte Dämmung löst das Problem an der Leitung, ändert aber nichts an der feuchten Luft im Raum.
Woran Sie Kondensat von Feuchte aus der Wand unterscheiden
- Jahreszeit: Kondensat tritt vor allem von Mai bis September auf und verschwindet im Winter. Feuchte, die von außen durch die Wand kommt, ist das ganze Jahr da und nach Regenperioden oft stärker.
- Ort: Kondensat zeigt sich flächig an den kältesten Stellen: Außenwände, Ecken, Boden, Rohre. Feuchte aus dem Mauerwerk bildet eher Ränder, Salzausblühungen und einen waagrechten Feuchtehorizont.
- Der Folientest: Ein Stück Alufolie, an den Rändern dicht auf die Wand geklebt, zeigt nach ein bis zwei Tagen, woher das Wasser kommt. Wie das genau geht, steht im Ratgeber feuchter Keller: Ursachen.
Was im Keller gelagert wird, leidet zuerst
Kartons, Textilien, Bücher, Fotos und Holz nehmen Feuchtigkeit aus der Luft auf, lange bevor man an der Wand etwas sieht. Ab etwa 70 Prozent relativer Luftfeuchte über mehrere Tage wächst Schimmel auf Karton und Stoff. Typisch ist, dass man es erst bemerkt, wenn man im Herbst oder vor Weihnachten etwas aus dem Kellerabteil holt und alles mit einem weißen Belag überzogen ist. Was Ihnen wichtig ist, gehört in einem feuchten Keller in dicht schließende Kunststoffboxen, mit Abstand zur Außenwand und nicht direkt auf den Boden.
Was dauerhaft hilft
Weil Kondensat aus der Luft kommt, hilft am zuverlässigsten, die Luft trocken zu halten. Im Sommer heißt das zuerst: Fenster und Kellertüren tagsüber geschlossen halten und nur in kühlen Nächten oder am frühen Morgen kurz lüften, mehr dazu im Ratgeber Keller richtig lüften. Reicht das nicht, und das ist in vielen Kellern so, sorgt ein Entfeuchter dafür, dass die relative Feuchte auf etwa 50 bis 60 Prozent bleibt. Damit liegt der Taupunkt der Luft unter der Temperatur der Wände, und es entsteht kein Kondenswasser mehr.
Entscheidend ist dabei, dass der Entfeuchter im Sommer wirklich läuft. Ein Gerät, das bei schönem Wetter ausgesteckt wird, weil es ja „nur Strom frisst“, hilft genau dann nicht, wenn es am meisten gebraucht wird.
Fachlich geprüft von David Klappacher, Bautechniker (Fachschule für Bautechnik, HTBL Saalfelden) und Entwickler von DryNex.
Kein Kondenswasser mehr, auch im Hochsommer
DryNex hält die Luftfeuchte im Keller automatisch auf einem Zielwert, bei dem die Wände trocken bleiben. Die Geräte werden fest installiert und sind vernetzt: Wir sehen den Feuchteverlauf laufend und bekommen sofort eine Meldung, wenn ein Gerät ausfällt oder ausgesteckt wird.
Gemietet wird mit einer Grundlaufzeit von drei oder fünf Jahren, danach monatlich kündbar; Fernüberwachung, Wartung und Filterwechsel sind inbegriffen, die Montage bieten wir auf Wunsch mit an. Persönlich sind wir im Umkreis von rund 35 km um Grödig für Sie da, auch im angrenzenden Bayern. Darüber hinaus überwachen wir die Geräte ebenso aus Grödig, die Betreuung vor Ort übernimmt einer unserer Partnerbetriebe.
arrow_forwardUnverbindliche Einschätzung anfordernHäufige Fragen
Warum ist mein Keller nur im Sommer feucht?
Weil warme Sommerluft mehr Wasser trägt als kalte. Kommt sie in den kühlen Keller, kühlt sie an Wänden, Boden und Rohren unter ihren Taupunkt ab, und das Wasser schlägt sich nieder. Im Winter ist die Außenluft trocken, deshalb tritt das Problem dann kaum auf.
Warum tropft meine Kaltwasserleitung im Keller?
Meist ist es kein Leck, sondern Kondenswasser. Das kalte Leitungswasser kühlt das Rohr unter den Taupunkt der Kellerluft. Abhilfe bringen eine diffusionsdichte Dämmung der Leitung und eine niedrigere Luftfeuchte im Raum.
Ab welcher Luftfeuchte bildet sich Kondenswasser im Keller?
Das hängt von der Temperatur der Luft und der Wände ab. Bei 18 Grad Lufttemperatur und 70 Prozent Feuchte liegt der Taupunkt bei etwa 12,4 Grad. Jede Fläche, die kälter ist, wird nass. Bei 50 Prozent Feuchte liegt der Taupunkt bei rund 7,4 Grad, dann bleiben die meisten Kellerwände trocken.
Wie messe ich, ob Kondensat entsteht?
Mit einem Thermo-Hygrometer für Lufttemperatur und Luftfeuchte und einem Infrarot-Thermometer für die Wandtemperatur. Den Taupunkt lesen Sie aus der Tabelle ab: Ist die Wand kälter als der Taupunkt, bildet sich Kondenswasser.
Hilft Heizen gegen Kondenswasser im Keller?
Etwas, weil wärmere Wände seltener unter den Taupunkt fallen. Im Sommer ist Heizen aber teuer und wenig wirksam, weil die Wände vom kühlen Erdreich gekühlt werden. Wirksamer ist es, die Luftfeuchte zu senken.
